Wer wissen will, ob ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich arbeitet, kommt an der Rentabilität nicht vorbei. Der Begriff „was ist Rentabilität“ lässt sich kurz so beantworten: Rentabilität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die zeigt, wie effizient ein Unternehmen Gewinne erzielt im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln. Das Wort stammt aus dem Lateinischen „rendere“, was so viel bedeutet wie „zurückgeben“.
Was ist Rentabilität genau?
Rentabilität ist kein einzelner Wert, sondern ein Sammelbegriff für mehrere Kennzahlen. Jede dieser Kennzahlen setzt einen Gewinn oder Ertrag ins Verhältnis zu einer bestimmten Bezugsgröße, zum Beispiel dem eingesetzten Kapital oder dem Umsatz. So bekommt man ein Bild davon, wie gut ein Unternehmen mit seinen Ressourcen umgeht.
Der wichtigste Unterschied zu anderen Erfolgskennzahlen wie dem Gewinn: Rentabilität zeigt nicht nur, wie viel verdient wurde, sondern auch, wie viel dafür eingesetzt werden musste. Ein Unternehmen kann einen hohen Gewinn erzielen und trotzdem wenig rentabel sein, wenn die eingesetzten Mittel sehr groß waren.
Rentabilität vs. Gewinn: Was ist der Unterschied?
Viele verwechseln Rentabilität und Gewinn. Der Gewinn ist eine absolute Zahl: Umsatz minus Kosten. Rentabilität ist dagegen eine relative Zahl, ausgedrückt in Prozent. Sie macht Unternehmen unterschiedlicher Größe vergleichbar.
Ein Beispiel: Unternehmen A macht 100.000 Euro Gewinn bei einem eingesetzten Kapital von 1.000.000 Euro. Das ergibt eine Rentabilität von 10 Prozent. Unternehmen B macht 50.000 Euro Gewinn bei einem eingesetzten Kapital von 200.000 Euro. Das ergibt 25 Prozent. Unternehmen B ist also rentabler, obwohl der Gewinn niedriger ist.
Welche Arten von Rentabilität gibt es?
Er gibt verschiedene Rentabilitätskennzahlen, je nachdem, was man messen möchte. Die drei wichtigsten sind:
- Eigenkapitalrentabilität: Sie zeigt, wie viel Gewinn mit dem eigenen Kapital des Unternehmens erzielt wurde. Formel: Gewinn geteilt durch Eigenkapital, multipliziert mit 100.
- Gesamtkapitalrentabilität: Sie bezieht das gesamte eingesetzte Kapital ein, also auch Fremdkapital wie Kredite. Formel: (Gewinn plus Fremdkapitalzinsen) geteilt durch Gesamtkapital, multipliziert mit 100.
- Umsatzrentabilität: Sie zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes am Ende als Gewinn übrig bleibt. Formel: Gewinn geteilt durch Umsatz, multipliziert mit 100.
Welche Kennzahl am wichtigsten ist, hängt von der Perspektive ab. Investoren schauen oft auf die Eigenkapitalrentabilität. Unternehmer selbst nutzen häufig die Umsatzrentabilität, um zu prüfen, wie profitabel ihr Kerngeschäft ist.
Wie berechnet man die Rentabilität?
Die Grundformel ist immer gleich aufgebaut: Ein Ertragsposten wird durch eine Bezugsgröße geteilt und das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um einen Prozentwert zu erhalten.
Für die Umsatzrentabilität sieht das so aus: Wenn ein Unternehmen 500.000 Euro Umsatz macht und 50.000 Euro Gewinn, dann ist die Umsatzrentabilität 10 Prozent. Das bedeutet, von jedem verdienten Euro bleiben 10 Cent als Gewinn übrig.
Diese Berechnungen sind keine einmalige Aufgabe. Wer seine Rentabilität regelmäßig prüft, kann früh erkennen, ob ein Bereich des Unternehmens wirtschaftlich schwächer wird.
Woran erkennt man gute Rentabilität?
Es gibt keinen universellen Wert, ab dem ein Unternehmen als rentabel gilt. Das hängt stark von der Branche ab. In manchen Branchen gelten bereits 3 bis 5 Prozent Umsatzrentabilität als gut. In anderen, wie zum Beispiel Softwareunternehmen, sind deutlich höhere Werte üblich.
Als Faustregel gilt: Die Eigenkapitalrentabilität sollte mindestens so hoch sein wie die aktuellen Zinsen für sichere Geldanlagen. Sonst wäre es wirtschaftlich sinnvoller, das Geld anzulegen statt zu investieren.
Warum ist die Rentabilität für Unternehmen so wichtig?
Rentabilität zeigt, ob ein Unternehmen langfristig überlebensfähig ist. Eine niedrige oder negative Rentabilität bedeutet, dass das Unternehmen mehr verbraucht als es erwirtschaftet. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Für Investoren ist die Rentabilität ein wichtiges Entscheidungskriterium. Banken prüfen sie bei der Kreditvergabe. Und für das Management ist sie ein Werkzeug, um zu sehen, welche Produkte, Abteilungen oder Märkte sich lohnen und welche nicht.
Kurz gesagt: Wer die Rentabilität seines Unternehmens kennt und versteht, hat ein klares Bild davon, wo Verbesserungen nötig sind und wo es gut läuft.
Veelgestelde vragen
Was ist der Unterschied zwischen Rentabilität und Liquidität?
Rentabilität und Liquidität sind zwei verschiedene Kennzahlen. Rentabilität misst, ob ein Unternehmen profitabel arbeitet. Liquidität zeigt, ob ein Unternehmen jederzeit seine Rechnungen bezahlen kann. Ein Unternehmen kann rentabel sein, aber trotzdem in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn Gewinne nicht als Bargeld verfügbar sind.
Kann ein Unternehmen rentabel sein und trotzdem Verluste machen?
Nein, das ist nicht möglich. Rentabilität setzt voraus, dass ein Gewinn erzielt wird. Werden Verluste gemacht, ist die Rentabilität negativ. Das zeigt, dass das Unternehmen mehr ausgibt als es einnimmt.
Wie oft sollte ein Unternehmen die Rentabilität berechnen?
Die Rentabilität sollte mindestens einmal im Jahr berechnet werden, zum Beispiel beim Jahresabschluss. Für eine laufende Steuerung ist es sinnvoll, die wichtigsten Kennzahlen quartalsweise oder monatlich zu prüfen. So können Probleme frühzeitig erkannt werden.
Welche Rentabilitätskennzahl ist für kleine Unternehmen am wichtigsten?
Für kleine Unternehmen ist die Umsatzrentabilität oft am einfachsten zu berechnen und zu interpretieren. Sie zeigt direkt, wie viel Gewinn von jedem Euro Umsatz übrig bleibt. Die Eigenkapitalrentabilität wird wichtiger, wenn externe Investoren oder Banken beteiligt sind.


