Wenn du älter als 50 bist und darüber nachdenkst, früher in Rente zu gehen oder deine Rente zu steigern, kannst du zusätzliche Rentenpunkte „kaufen“. Das bedeutet, dass du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, um bestimmte Abschläge auszugleichen oder vorhandene Lücken zu schließen. Besonders sinnvoll ist das, wenn du die vorgezogene Rente ab 63 in Anspruch nehmen möchtest und dafür eine bestimmte Anzahl an Beitragsjahren nötig ist. Wenn du mit 50 bereits ungefähr 22 Jahre eingezahlt hast, besteht eine realistische Chance, auf insgesamt 35 Beitragsjahre zu kommen. Erst dann bist du rentenberechtigt, ohne zu hohe Abschläge in Kauf nehmen zu müssen.
Was bringt dir das wirklich?
Wenn du früher in Rente gehst, musst du mit Abschlägen rechnen – pro Monat gehen etwa 0,3 Prozent von deiner monatlichen Rente flöten. Mit Rentenpunkten kannst du die Differenz ausgleichen. Der Vorgang zwingt dich jedoch nicht zum vorzeitigen Renteneintritt. Wenn du dich entscheidest, doch länger zu arbeiten, sorgen deine zusätzlichen Rentenpunkte einfach für eine höhere reguläre Rente. Sie gleichen also deine Vergangenheit aus oder verbessern deine Rente ganz regulär, ganz egal, wann du in Rente gehst.
Was kostet das?
Der Preis für einen Rentenpunkt entspricht dem aktuellen Beitragssatz auf das Durchschnittsentgelt, das jährlich angepasst wird. Du trägst den gesamten Betrag allein – anders als bei regulären Rentenpunkten, bei denen du und dein Arbeitgeber jeweils die Hälfte bezahlen. Das kann schnell in den fünfstelligen Bereich gehen. Und weil die Beiträge jährlich steigen, lohnt sich eine frühzeitige Entscheidung oft. Nach der Bereitstellung der Summe bleiben dir drei Monate Zeit, um die Zahlung zu leisten – und falls du sie in Raten leistest, kann es später teurer werden.
Für wen lohnt sich der Kauf?
Der Kauf von Rentenpunkten ist vor allem dann attraktiv, wenn dir Sicherheit besonders wichtig ist – etwa durch unveränderliche Rentenauszahlungen bis ans Lebensende. Die gesetzliche Rentenkasse garantiert diese Sicherheit, im Gegensatz zu Kapitalmarkt-Anlagen, die schwanken können. Außerdem profitierst du von einer robusten Anpassung der Renten – zum Beispiel an Lohnentwicklung oder Inflation. Gleichzeitig ist der Kauf steuerlich absetzbar, sofern du innerhalb bestimmter Höchstgrenzen bleibst. Finanzielle Mittel aus Erbschaften, Abfindungen oder anderen Quellen eignen sich daher besonders gut für eine solche Investition. Wenn du langfristig und sicher planen willst, kann das eine gute Ergänzung sein.
Wann ist Vorsicht geboten?
Wenn du dein Ziel eher renditeorientiert planst, hast du bei Finanzmarktanlagen deutlich höhere Chancen auf Wertsteigerung. ETF-Sparpläne oder Fonds bieten über lange Zeiträume oft bessere Erträge – allerdings mit mehr Risiko. Bei Rentenpunkten ist dein Geld weniger flexibel, aber sicherer angelegt. Und je jünger du bist, desto eher kann es sinnvoller sein, auf ETFs zu setzen – weil du noch lange Zeit vor dir hast, in der sich Schwankungen glätten können. Ab einem bestimmten Alter kann sich aber die Entscheidung für sichere Rentenpunkte als strategisch richtig entpuppen.

